Wo das Herz noch zählt

Herbert Grönemeyer hat’s schon vor Jahrzehnten besungen: „Hier, wo das Herz noch zählt, nicht das große Geld“. Mit seinem Song „Bochum“ hat er die Seele des Ruhrgebiets getroffen. Und genauso war es nun beim ersten Realsatire Reporter Slam Ruhr, in Dortmund. Es ging nicht ums große Geld – das war auch gar nicht möglich,  weil der Eintritt frei war. Stattdessen kam es für die vier Slammer auf der Bühne darauf an, mit möglichst viel Herz und Humor von einer eigenen Recherche zu erzählen. Am besten gelang das Julia Rathcke von der Rheinischen Post. Das Publikum wählte sie per Applaus-O-Meter zum ersten Dortmunder Reporter Slampion. Die AfD NRW dürfte sich ärgern, schließlich versucht sie seit Jahren, Julia Rathcke zu schikanieren und als Berichterstatterin von ihren Parteiveranstaltungen auszuschließen. Der Pokal dürfte für die Reporterin nun Ansporn genug sein, hartnäckig dran zu bleiben. Ihr Ziel laut eigener Aussage: irgendwann eine Hass-Mail vom „Kampfschlesier“ zu bekommen.

Auch die drei anderen Slammer begeisterten die Zuschauer im und vor dem Großen Zelt an der TU Dortmund: Bastian Schlange, der im Auftrag von Correctiv ein Reptilien-Netzwerk unterwandert hat; Marco Maas, dessen komplette Wohnung vernetzt ist, was zu einigen skurrilen Erlebnissen führt; und Marta Orosz, die das „Geschäftsmodell Fake News“ auf die Schippe nahm. Dazu gab’s Musik von einem echten Lokalmatador: Bommi, gebürtiger Dortmunder, inzwischen Redakteur beim Greenpeace Magazin, war extra aus Hamburg angereist, um Reporter zu besingen – und eine Liebe zwischen Kirchentagsbesucherin und Fußballfan. Wer sich diesen Song und die gesamte zweite Hälfte des Slams noch einmal ansehen will, kann das hier tun: https://www.facebook.com/correctiv.org/videos/1906884222894349/

Für das Publikum war es der gelungene Abschluss des ersten Tages vom neuen Campfire-Festival, das Correctiv gemeinsam mit dem Institut für Journalistik auch 2018 wieder ausrichten will. Bis dahin können sich alle am Lagerfeuer wärmen – und an den Erinnerungen, auch dank dieser Fotos von Andi Weiland.

 

 

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