Ich will Redakteur beim FC Bayern werden

Uns wurde die Bewerbung auf eine Social-Media-Stelle in München zugespielt …

Der FC Bayern sucht tatsächlich eine/n neue/n Redakteur/in.  Die folgende Bewerbung hat Paul Kemp nun abgeschickt. Wir sind genauso gespannt wie er auf die Antwort …

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FC Bayern München AG
Frau Ina-Nikola Hans
Säbener Straße 51-57
81547 München

Berlin, 27.06.2016

Bewerbung als Social-Media-Redakteur des FC Bayern München (Ausschreibung via t3n)

Sehr geehrte Frau Hans,

Ihre Vollzeitstelle als Social-Media-Redakteur ist mein Traumjob. Bis vor kurzem war ich noch Werder-Bremen-Fan und es ausschließlich gewöhnt, dass sich Leute über mich und meinen Verein lustig machen. Nun möchte ich bei Ihnen über Stars, Geld und dicke Autos schreiben und endlich auf all die Leute herabblicken, die mich bisher ausgelacht haben. Für eine erfolgreiche Bewerbung bei Ihnen wäre ich sogar bereit, mich „FC-Bayern-Fan“ zu nennen – obwohl viele meiner Hooligan-Freunde mich dann sicher totschlagen, aber das Gehalt bei Ihnen wird ja sicher für „so einiges entschädigen“.

Zu meiner Motivation: Ich mag es, anderen Vereinen und vor allem deren Fans Schmerzen zuzufügen. Ich mag ihre Gesichter und Tränen, wenn ihnen die besten Spieler weggekauft werden. Außerdem wäre es überaus geil, diese dann auch noch auf die Bank zu setzen und zu zeigen, wie weit unter dem eigenen Niveau doch die anderen sind. Für die Social-Media-Aktivitäten des FC Bayern würde ich gerne neue Slogans entwickeln: „Mia san Mia“ bezieht sich ja nur auf uns, den FC Bayern. Ein guter Slogan sollte sich aber auch auf andere beziehen. Vorschläge: „Das nennt ihr Fußball?“ oder „Wie, es gibt auch andere Mannschaften?“.

Dem Social-Media-Team würde ich, wenn es nicht bereits untersagt ist, selbstkritische Töne verbieten und stattdessen einen exzessiven Gebrauch der Worte „überglücklich“ und „grandios“ empfehlen. Sollte das Social-Media-Team auf andere „Teams“ eingehen müssen, könnte eine Statusmeldung wie „hat uns vor Probleme gestellt“ sicher für ein paar anerkennende Likes sorgen. Zudem könnten wir von gegnerischen Spielern Bilder im Netz posten mit der Überschrift: „Wäre das nicht auch einer für FC Bayern?“ Garniert mit einem „Zwinker“-Smiley, damit die nie wissen, ob die Gespräche womöglich schon laufen.

Was meine sonstigen Aufgaben sein werden, weiß ich nicht. Also genau wie bei Matthias Sammer.

Ich freue mich sehr auf eine Zusammenarbeit mit Ihnen und gehe davon aus, dass wir uns schon bald an der Säbener Straße sehen.

Mia san mia, 
Ihr Paul Kemp

P.S. Das Einkommen muss bei Ihnen nicht versteuert werden, richtig?

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